Samstag, 26. Februar 2011

Theater am 26.02.2011, Zille sein Milljöh / Tip des Berliner Stadtmagazin

26.02.2011 19:30Uhr
Theater im Nikolaiviertel
Theater im Nikolaiviertel
zu Gast in der Gedenkbibliothek, Nikolaikirchplatz 5-7
10178 Berlin
Telefon: 030 - 241 46 35
Zille sein Milljöh
Zille sein Milljöh
musikalisch-szenischer Spaziergang durch Zilles Berlin
Buch und Liedertexte: Bernd Köllinger

Musik: Klaus Wüsthoff



Diseuse: Heidrun Preußer

"Orje": Andreas Goebel

Jörg-Peter Malke

Am Klavier: Christine Reumschüssel

Inszenierung: Bernd Köllinger

Kostümgestaltung: Anneliese Pulst





Rezensionen:

... Heute verwechselt man Zille und seinen hintersinnig-bösen Witz leider oft mit buletten- seliger Nostalgie. Um so erfreulicher ist es da, wenn die urigen Typen vom ollen Maler tat- sächlich nuanciert da- herkommen. Zwar mit unendlich viel Herz, einer riesigen Berliner Schnauze und Lokal- kolori ..., aber eben auch mit der deutlichen Sozialkritik, die Zille ihnen in den Mund gelegt hat.

... Klaus Wüsthoff und Bernd Köllinger haben zwei Künstler gefunden, die glatt als Reinkar- nation der Originale durchgehen könnten ... das ideale Zille-Paar ...

Mit allerlei Requisiten und bunten Accessoires schlüpft das Darsteller-Duo in die Rollen plebe- jisch trotziger Gestalten voller Lebenslust. So besingt "Orje" die große Partei der Laubenpie- per, während Heidrun Preußer erst als Mamsell für Berliner Küche wirbt und dann als ehemalige Zirkus- künstlerin berührt. Ob Gassenhauer, Polka oder leises Chanson, musikalisch ist alles erlaubt, um jedes einzelne Schicksal in seinen Schattierungen und Gemütslagen zu erfassen.

Ein Reigen, so unver- blümt frech wie Zilles Bilder.



Ulrike Borowczyk in der Berliner Morgenpost





Rund um den ollen Zille und sein Milljöh wird in Berlin seit jeher nur allzu gerne rumge- tümelt, dass einem die Ohren abfallen ... Bei der entschlackten Revue von Autor Bernd Köllinger und Komponist Klaus Wüsthoff ist zum großen Glück das Gegenteil der Fall. Dem Gespann gelingt es tatsächlich, Typen auf die Unterbühne des Theaters des Westens zu stellen, die so liebe- voll laubenpieperisch, so verbummelt jewieft sind, wie von Heinrich Zille gemalt.

Das hat Pepp, Biss und Schmiss - sogar dann, wenn die Stimmung mit Berliner Weiße und Can-Can ungeahnte Höhepunkte erreicht ... den Zugereisten werden die Augen dafür ge- öffnet, auf welche Arten der Körperertüchtigung sie sich bei Berolina einlassen müssen, um dazuzugehören.

Ein Prosit auf Rinnstein- prinzessinnen und Rotz- gören!



Ute Büsing im Info-Radio
Berliner Stadtmagazin