Donnerstag, 3. März 2011

Museumsbesuch am 03.03.2011, Ostasiatische Kunstsammlung in den Museen Dahlem / Tip des Berliner Stadtmagazin

03.03.2011 10:00Uhr
Museumszentrum Berlin-Dahlem
Museumszentrum Berlin-Dahlem
Arnimallee 27
14195 Berlin
Telefon: +49 - (0)30 - 8301 4
Ostasiatische Kunstsammlung in den Museen Dahlem
Ostasiatische Kunstsammlung in den Museen Dahlem
Die Ostasiatische Kunstsammlung präsentiert am Standort Dahlem in umfassender Weise das Spektrum der Kunst Chinas, Japans und Koreas in jeweils eigenen Galerien sowie in einer Studiensammlung. Zu den Höhepunkten zählt die Sammlung japanischer Malerei und ostasiatischer Lackkunst des in Berlin geborenen und in Tokio ansässigen Kunsthändlers und Sammlers Klaus Friedrich Naumann sowie die Berliner Sammlung Yuegutang mit chinesischer Keramik vom Neolithikum bis ins 15. Jahrhundert.



Sammlungscharakter



Archäologische und kunsthandwerkliche Objekte, Malerei und Schriftkunst Chinas und Japans sowie Keramiken aus Korea werden in jeweils eigenen Galerien dargeboten. Ein zentraler Raum ist der allen drei Kulturen gemeinsamen Kunst des Buddhismus gewidmet. Hier sind Skulpturen aus Stein, Metall und Holz, Kultgerät sowie sakrale Bildwerke zu sehen.



Die chinesische Archäologie ist durch bedeutende archaische Bronzen, frühe Keramiken und Kunstobjekte aus Jade repräsentiert. Porzellane und Werke der Lackkunst werden beispielhaft vorgestellt. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung ist ein kleiner Porzellankelch (1. Viertel 17. Jahrhundert) aus China, der bereits früh in die Kunstkammer der Brandenburgischen Kurfürsten gelangte. Unter den chinesischen Lackarbeiten ist ein Kaiserthron mit zugehörigem Paravent (3. Viertel 17. Jahrhundert) hervorzuheben, ein Meisterwerk aus Palisanderholz mit Perlmutteinlagen in Lack- und Goldgrund, das in einem eigenen Raum ausgestellt ist.



Die prominenteste Kunstform Ostasiens, die Bild- und Schreibkunst, wird aufgrund ihres lichtempfindlichen, organischen Materials in regelmäßig wechselnden, thematischen Zusammenstellungen gezeigt. Werken aus der chinesischen Kaiserzeit und dem 20. Jahrhundert sind eigene Räume gewidmet. In den Galerien für Malerei und Kalligraphie aus Japan bilden die großformatigen Stellschirme einen besonderen Anziehungspunkt. Die bedeutende Grafiksammlung vornehmlich japanischer Holzschnitte wird gleichfalls in stets neuen Wechselausstellungen zugänglich gemacht.



In einem von japanischen Zimmerleuten errichteten Teeraum finden regelmäßig Teezusammenkünfte statt. Sie machen die Funktion der im angrenzenden Raum gezeigten Keramiken und Lackobjekte unmittelbar anschaulich. Die Sammlung Klaus F. Naumann schließt sich in einer eigenen Galerie an.



Aktuelle Tendenzen in der Kunst der Gegenwart werden im Raum für Neue Kunst unter einer Videoinstallation des koreanischen Künstlers Nam June Paik thematisiert. Im Obergeschoß bietet eine Studiensammlung anhand einer großen Zahl von Objekten die Möglichkeit eines vertiefenden Einblicks in die Sammlung. Filmvorführungen im Videoraum und interaktive Bildschirmpräsentationen runden das Informationsangebot ab. Thematische Sonderausstellungen ergänzen die Präsentation der Sammlung.



Geschichte



1906 veranlasste Wilhelm von Bode, der Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin, die Gründung der Ostasiatischen Kunstsammlung als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Durch kluge Erwerbungspolitik und private Schenkungen errang die Sammlung in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg internationale Bedeutung.



Im Oktober 1924 konnten die ersten permanenten Ausstellungsräume im "Museum in der Prinz-Albrecht-Straße" (heute Martin-Gropius-Bau) eröffnet werden. Das Ende des Zweiten Weltkrieges stellte eine einschneidende Zäsur in der Geschichte der Sammlung dar. 90 Prozent der Bestände wurden als Beutekunst in die Sowjetunion abtransportiert. Sie werden bis heute in der Eremitage in St. Petersburg sowie im Puschkin-Museum in Moskau zurückgehalten. Nur rund 300 Objekte der alten Sammlung kehrten von Auslagerungsorten nach dem Krieg zurück.



In der Nachkriegszeit gab es in Berlin zwei Ausstellungsorte für die ostasiatische Kunst: die Ostasiatische Sammlung im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel (ab 1952) und das Museum in Dahlem (ab 1970). Beide Sammlungen wurden 1992 in den Museen Dahlem zusammengeführt. Unter dem Dach eines Humboldt-Forums auf dem Schlossplatz sollen diese Sammlungen in nicht allzu ferner Zukunft in unmittelbarer Nachbarschaft der Museumsinsel in Berlin-Mitte einen neuen Standort erhalten.
Berliner Stadtmagazin