Donnerstag, 3. März 2011

Theater am 03.03.2011, Cinecittà Aperta / Tip des Berliner Stadtmagazin

03.03.2011 21:00Uhr
Volksbühne am Rosa Luxemburg PLatz
Volksbühne am Rosa Luxemburg PLatz
Linienstraße 227
10178 Berlin
Telefon: +49.30.24 065 5
Cinecittà Aperta
Cinecittà Aperta
Ruhrtrilogie Teil 2 von René Pollesch
Waren wir da auf einer Industriebrache im Ruhrgebiet oder ist dieses Filmset mit Trailerpark nicht eher so was wie Cinecittà bei Rom? Was ist Geschichte und inwieweit hat sie mit den Körpern zu tun? Treten die nur ein in eine Geschichte oder sind sie es selber, die Historie sind? Die Ruhrtrilogie Teil 2 wird vom Mülheimer open-air-Spielort in einer Version zwischen Film und Live-Szenen auf die Prater-Bühne verlegt.

„In einem Bild der Geschichte, die immer als unsere Geschichte erzählt wird, zeichnet sich keine Gestalt unseres Wesens ab, das hab ich immer vermutet, dass die Historie nichts mit mir zu tun hat. Und das ist Darwin. Die Erkenntnis, dass die Historie nichts mit mir zu tun hat. Woher ich komme, kann mir Darwin erklären, aber nicht die Geschichte. Nicht Deutschland im Jahre Null. Und wie Rosselini das will, lernt auch kein Kind Lebensfreude aus dem Ausgang der Geschichte. Die Lebensfreude ist das Ergebnis von strategisch offenen Kräftekonstellationen und nicht die Väter, und nicht die Mütter. Woher ich komme, das bedeutet nichts, wenn ich sehe wie meine Mutter ihre Wesenheit ändert im Sterben, ich sehe sie diskontinuierlich, zufällig etwas anderes werden. Das ist der Tod und das ist der Schwarzmarkt. D a s ist die Errungenschaft, eine Personenwaage an den Mann zu bringen. Das ist nicht die Geschichte, das ist nicht der Tod, das ist der Körper hier und jetzt. Und das Hier und Jetzt darf niemals sentimental verstanden werden.“ (René Pollesch)



Mit: Inga Busch, Christine Groß, Martin Laberenz, Trystan Pütter und Catrin Striebeck



Text und Regie: René Pollesch

Bühne: Bert Neumann

Kostüme: Nina von Mechow

Kamera und Schnitt: Ute Schall

Dramaturgie: Aenne Quiñones



Eine Koproduktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin mit dem Ringlokschuppen Mülheim, der Rotterdamse Schouwburg und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in Zusammenarbeit mit dem Theaterbüro des Kulturbetriebs Mülheim an der Ruhr. Gefördert von der Kunststiftung NRW, the Dutch Ministry of Foreign Affairs, Theater Instituut Nederland und der SMW GmbH.
Berliner Stadtmagazin